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Deckungsbeitrag im Onlinehandel berechnen: Was bleibt von einer Bestellung?

Ein guter Umsatz fühlt sich gut an. Er sagt aber noch nicht, ob eine Bestellung nach Einkauf, Versand und Gebühren tatsächlich etwas zum Ergebnis beiträgt. Genau hier hilft der Deckungsbeitrag.

Beispiel einer Bestellung: 79 Euro Umsatz, von denen Waren-, Versand-, Zahlungs- und Marketingkosten abgezogen werden.

Die einfache Rechnung

Ausgangspunkt ist der Nettoumsatz: also der Verkaufserlös ohne Umsatzsteuer. Davon ziehst du zunächst den Wareneinsatz und die Kosten ab, die dieser Bestellung direkt zugeordnet werden können. Das können Zahlungsgebühren, Marktplatzprovisionen oder Versandkosten sein.

Der Rest ist ein Beitrag zur Deckung weiterer Kosten. Er ist noch nicht automatisch der Gewinn des Unternehmens. Miete, Gehälter oder andere Fixkosten können danach weiterhin anfallen.

Ein Beispiel

Eine Bestellung bringt 100 € Nettoumsatz. Der Einkauf der verkauften Ware kostet 55 €, Versand und Zahlungsgebühr zusammen 10 €. Damit bleiben 35 € nach den direkt angesetzten Kosten. Fallen zusätzlich 5 € zuordenbare Werbung und 8 € anteilige Fixkosten an, bleiben rechnerisch 22 €.

100 € − 55 € − 10 € − 5 € − 8 € = 22 €. Die 8 € sind eine Verteilung, keine direkt am Auftrag gemessene Rechnung. Schon ein anderer Verteilungsschlüssel verändert das Ergebnis.

VON UMSATZ ZUM ERGEBNISWas von 100 € übrig bleibt
100 Euro Nettoumsatz minus 55 Euro Wareneinsatz, 10 Euro Versand und Zahlung, 5 Euro Werbung und 8 Euro anteilige Fixkosten ergeben 22 Euro.
Die Fixkosten sind anteilig verteilt; je nach Verteilung verändert sich das Ergebnis.

Welche Kosten fehlen gerne?

Prüfe, ob Verpackung, Versandzuschläge, Zahlungs- und Marktplatzgebühren tatsächlich vorliegen. Auch Erstattungen und Retouren können das Ergebnis verändern. Eine leere Kostenposition darfst du nicht automatisch als kostenfrei behandeln.

Wichtig ist auch die Herkunft: Steckt eine Gebühr bereits in einer Marktplatzabrechnung, sollte sie nicht noch einmal als pauschale Zahlungskosten auf denselben Auftrag gerechnet werden.

Ergebnisse sinnvoll vergleichen

Vergleiche zunächst Bestellungen oder Artikel mit denselben Kostenarten. Ein Kanal kann mehr Umsatz machen und trotzdem weniger beitragen, etwa weil die Gebühren höher sind oder andere Artikel verkauft werden.

Die Bezeichnungen DB I, II und III werden nicht überall identisch verwendet. Lege für deinen Betrieb fest, welche Kosten in welcher Stufe stehen, und zeige diese Definition direkt bei der Auswertung.

Was tun, wenn ein Artikel wenig beiträgt?

Schau dir zunächst die Bestellung selbst an: Stimmen Verkaufspreis, Einkaufspreis und Menge? Ein falscher oder fehlender Einkaufspreis kann das Ergebnis stärker verändern als jede Optimierung. Danach prüfst du Gebühren, Versandart und mögliche Rabatte.

Erst wenn die Zahlen plausibel sind, lohnt sich die Entscheidung: Preis anpassen, Versandkosten neu verhandeln oder den Artikel im Sortiment anders platzieren. Ein negativer Einzelauftrag muss nicht immer falsch sein, etwa bei einer bewusst gewählten Aktion. Dauerhaft sollte aber erkennbar sein, warum du ihn akzeptierst.

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