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JTL-Wawi auswerten: Welche Kennzahlen solltest du regelmäßig prüfen?

Die wichtigste Frage am Morgen ist selten, wie viele Zahlen du sehen kannst. Es geht darum, welche Abweichung heute eine Entscheidung braucht.

Monitor mit Kennzahlen zu Umsatz, Retouren und Bestand als Motiv für die regelmäßige JTL-Wawi-Auswertung.

Der kurze Morgencheck

Beginne mit Bestellungen und Umsatz im Vergleich zu einem passenden Zeitraum. Prüfe anschließend das Ergebnis, kritische Bestände und auffällige Retouren. Ein starkes Umsatzplus ist kein Grund zur Entwarnung, wenn der Deckungsbeitrag gleichzeitig fällt.

Ein Beispiel: Der Nettoumsatz steigt von 100.000 € auf 108.000 €, der DB I fällt von 27.000 € auf 24.000 €. Das ist ein Anlass, Kanäle, Artikelmix und erfasste Kosten zu prüfen – noch keine fertige Ursachenerklärung.

Im Monatsvergleich tiefer gehen

Vergleiche Verkaufskanäle, Artikelgruppen und wichtige Produkte. Ergänze die Sicht um Lagerwert, Reichweite und Retourengründe. So erkennst du, ob ein einzelner Kanal oder Artikel eine Veränderung treibt.

Ein Durchschnitt kann einzelne Probleme verdecken. Bei einer insgesamt stabilen Retourenquote kann beispielsweise ein Produkt stark abweichen. Öffne deshalb die Details, bevor du Maßnahmen beschließt.

Vor dem Vergleich: Datenstand prüfen

Wurden Aufträge vollständig übernommen? Sind Einkaufspreise gepflegt und Gebühren aus den jeweiligen Quellen verfügbar? Sind Erstattungen oder Retouren bereits im betrachteten Zeitraum angekommen?

Vergleiche Perioden mit gleicher Definition und möglichst ähnlicher Datenabdeckung. Ein Wert kann allein deshalb besser aussehen, weil eine Kostenquelle in einer Periode fehlt.

Weniger Berichte, klarere Fragen

Ein Bericht sollte beantworten, wer ihn braucht und welche Entscheidung er unterstützt. Für den Einkauf können Bestand und Nachfrage wichtiger sein als eine allgemeine Umsatzübersicht. Für die Geschäftsführung sind Kanalentwicklung und Kostenabdeckung oft hilfreicher.

Halte Zeitraum, Filter und Kennzahlendefinition fest. Dann lässt sich ein regelmäßiger Report auch nach einigen Wochen noch richtig interpretieren.

Ein sinnvoller Ablauf für dein Team

Lege wenige feste Fragen für den Morgen fest: Welche Kanäle weichen auffällig ab? Welche wichtigen Artikel könnten vor dem nächsten Wareneingang knapp werden? Gibt es Retouren oder Datenlücken, die jemand prüfen sollte? Notiere zu jeder Auffälligkeit einen Verantwortlichen und den nächsten Schritt.

Im Monatsgespräch kannst du zusätzlich längerfristige Veränderungen besprechen: Wächst ein Kanal profitabel? Bindet ein Sortiment zu viel Kapital? Sind neue Gebührenarten hinzugekommen? So wird aus einer Sammlung von Zahlen eine wiederholbare Routine.

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