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JTL-Praxis

Zahlungs- und Marktplatzgebühren richtig zuordnen

Eine Bestellung kann in JTL-Wawi, bei einem Marktplatz und beim Zahlungsanbieter auftauchen. Das bedeutet nicht automatisch, dass jede dort sichtbare Gebühr zusätzlich anfällt.

Bestellung über 79 Euro unter einer Lupe neben Marktplatz- und Zahlungsgebühren als getrennten Kostenquellen.

Erst die Quellen auseinanderhalten

JTL-Wawi enthält den Auftrag und seine Positionen. Ein Marktplatz kann Provisionen oder weitere Gebühren abrechnen. Ein Zahlungsanbieter kann eine eigene Transaktion mit Zahlungsgebühr ausweisen. Welche Informationen vorhanden sind, hängt von den jeweiligen Anbindungen und Abrechnungen ab.

Ein gemeinsamer Schlüssel, etwa eine verlässliche Transaktions- oder Auftragsreferenz, ist die beste Grundlage für die Zuordnung. Ein ähnlicher Betrag allein beweist nicht, dass zwei Datensätze zusammengehören.

Ein Beispiel

Ein Shopauftrag hat 100 € Nettoumsatz. Der Zahlungsanbieter weist für die zugehörige Zahlung 2,50 € Gebühr aus. Diese Gebühr kann als Zahlungskosten berücksichtigt werden, wenn die Zuordnung eindeutig ist und sie nicht bereits aus einer anderen Quelle in der Auftragsrechnung steckt.

Anders bei einer Marktplatzbestellung: Eine Abrechnung kann Provisionen und gegebenenfalls weitere Bestandteile enthalten. Prüfe die einzelnen Posten, bevor du zusätzlich eine pauschale Zahlungsgebühr ansetzt. Welche Gebühren enthalten sind, unterscheidet sich je nach Abrechnung.

So vermeidest du doppelte Kosten

Halte für jede Kostenposition Quelle, Betrag und Bezug zum Auftrag fest. Gleiche identische Transaktionen und bereits übernommene Abrechnungsposten ab. Erscheint dieselbe Gebühr in zwei Imports, darf sie nur einmal das Ergebnis mindern.

Eine fehlende Referenz sollte als ungeklärt sichtbar bleiben. Datum, Betrag oder Kundenangaben können bei der Suche helfen, ersetzen aber nicht immer eine eindeutige Zuordnung. Schätze fehlende Gebühren nicht stillschweigend.

Erstattungen und Sonderfälle prüfen

Teilzahlungen, Teilrückerstattungen oder mehrere Transaktionen zu einem Auftrag erfordern zusätzliche Prüfung. Eine Erstattung bedeutet nicht automatisch, dass auch die ursprüngliche Gebühr vollständig zurückgezahlt wurde.

Vergleiche die Buchungen mit der tatsächlichen Abrechnung des Anbieters und dokumentiere offene Fälle. Erst dann ist der ausgewiesene Deckungsbeitrag für die betroffenen Aufträge belastbar.

Ein pragmatischer Abgleich zum Monatsende

Beginne mit einer Auswahl von Aufträgen aus jedem Verkaufskanal. Vergleiche Auftragsnummer, Transaktionsreferenz und Beträge mit den Abrechnungen. Notiere, welche Gebühr aus welcher Quelle stammt und ob eine Erstattung oder Korrektur dazugehört.

Anschließend prüfst du die nicht zugeordneten Posten und die Summe der übernommenen Gebühren gegen die jeweilige Abrechnung. Eine übereinstimmende Summe ersetzt zwar keine Einzelprüfung, kann aber fehlende oder doppelte Importe sichtbar machen. Offene Positionen bleiben erkennbar, bis ihre Ursache geklärt ist.

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